Deutsche Meisterschaften der Vereins-Mannschaften unter 17 Jahren
29. November 2003 in Leipzig

Es war ein furioser Durchmarsch!
Die Mädels des JC 90 kämpften sich souverän ohne einen einzigen Einzelkampf zu verlieren bis ins Finale, besiegten dort auch noch Großhadern mit 4:3 und wurden damit Deutscher Mannschaftsmeister!  

Trainer Karl-Heinz Lehmann fuhr mit einer großen Last nach Leipzig. Die Schwergewichtlerin seiner Mädchenmannschaft, Nicole Koppatz, hatte sich bei der letzten Qualifikationshürde das Kreuzband verletzt und somit fehlte bei jedem Mannschaftsvergleich von vorn herein ein wichtiger Punkt. 

Die Auslosung des Wettkampfes bescherte den Mädels auch gleich harte Brocken. Titelverteidiger und Gastgeber JC Leipzig und der auf eine Medaille ambitionierte JC Rüsselsheim mussten besiegt werden.
Mit welch konzentriertem Selbstbewusstsein das geschah, kann man vor allem an den Ergebnissen sehen. Alle gestarteten sechs Mädchen gewannen sowohl gegen Esslingen im ersten Kampf als auch gegen besagte Leipzigerinnen und Rüsselsheimerinnen alle ihre Kämpfe. Solch eine Eindeutigkeit ist sicher ein Novum bei einer Deutschen Meisterschaft.

Im Finale dann trafen sie auf München-Großhadern. Immerhin stehen in dieser Mannschaft zwei Medaillengewinnerinnen der letzten Europameisterschaft. Diese beiden waren es dann letztendlich auch, die Punkte für Großhadern einsammeln konnten. Mit dem zusätzlichen Punktverlust im nicht besetzten Schwergewicht ruhten beim Stand von 3:3 alle Hoffnungen auf der routinierten Romy Tarangul. Schon vorher sehr aufgeregt und von einer riesigen Stimmung in der Halle begleitet behielt sie aber im entscheidenden Augenblick die Nerven und gewann diesen Kampf. Die Emotionen schäumten über, Tränen und Freude über den Sieg wechselten sich nicht nur bei ihr ab. Am Ende lagen sich alle in den Armen.

Trainer Karl-Heinz Lehmann, eine Woche vorher mit Europameisterschafts-Silber und zwei Mal Bronze erfolgreichster Jugend-Trainer Europas, ist stolz auf seine Mädels. „Das ganze Team hat super zusammengepasst. Nach dem Motto: `Einer für alle, alle für einen’ haben sich die Mädchen selbst sehr stark motiviert und wurden durch die mitgereisten Eltern und Freunde mächtig angespornt.“
Eine entscheidende Grundlage für den Sieg war die Zusammenarbeit mit dem UJKC Potsdam, der selbst keine Mannschaft stellte. Als Gaststarterin trug Claudia Ahrens einen ganz entscheidenden Punkt im Finale bei und konnte sich nun persönlich ihren Traum von einem Deutschen Meistertitel erfüllen. 

Bei den Jungs startete mit den beiden Mannschaften des JC 90 erstmals ein Verein mit zwei Mannschaften bei einer Deutschen Meisterschaft. JC 90 I hatte sehr wohl Titelambitionen, der JC 90 II startete mit der jüngsten Mannschaft dieser Meisterschaft. Die Jungs sind fast ausschließlich noch 14 Jahre alt. 

JC 90 I hatte nach einem 7:0 gegen die Hessen aus Ginsheim/Hochheim den entscheidenden Kampf um den Einzug ins Finale gegen die starken Abensberger. Eine ungewöhnliche Kampfrichterentscheidung nach langen Diskussionen mit der verantwortlichen Kampfrichterkommission im ersten Duell zwischen dem EM-Dritten Dominik Gerzer aus Abensberg und Hannes Vetter brachte doch allerhand Aufregung und Unverständnis.

Leider bleib die Anspannung danach etwas auf der Strecke und die Jungs haben wichtige Punkte abgegeben. Mit 4:3 verloren sie ihre Begegnung knapp und kämpften nun gegen den Titelverteidiger JC Leipzig um Bronze.
Die Jungs gewannen gleich die ersten vier Begegnungen und hatten damit Bronze sicher. Die restlichen drei Kämpfe waren nur noch Makulatur und standen nicht mehr unter der Anspannung. Besonders gut in Szene gesetzt haben sich in dieser Mannschaft Robert Zimmermann, Hannes Vetter, Nils Dochow und Philipp Hollmann als Gaststarter vom UJKC Potsdam.

Die junge zweite Mannschaft kämpfte bravourös und belegte unter den besten Vereins-Mannschaften Deutschlands einen hervorragenden 7. Platz. Mit Osnabrück und Halle haben sie zwei Erfolgsverwöhnte Mannschaften besiegt, mussten sich allerdings auch Jena (Bronze) und Leipzig (Platz 5) geschlagen geben.
Einen guten kämpferischen Einsatz zeigten in dieser Mannschaft insbesondere Florian Neumann, Patrick Stoff und Steven Haeusner.

Ein Dankeschön gilt auch den vielen Eltern, die die Mannschaften sehr gut unterstützten.
 

Birgit Arendt
Pressereferentin BJV e.V.